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District Chisamba · Zentralprovinz, Sambia

Kuntendekelo Training Hub (KUTH)

  • 3.000 Bäume gepflanzt
  • 45 Menschen in Agrarökologie geschult
  • 1 Demo-Plot für Schulungen errichtet

KUTH liegt im Gebiet von Chief Chamuka in der Zentralprovinz Sambias, nahe der Chipembi-Mission. Eine ländliche Region, in der die meisten Familien von dem leben, was ihre Felder hergeben. Genau das wird von Jahr zu Jahr schwerer. Die Wälder verschwinden, die Böden verlieren ihre Kraft, und sauberes Wasser ist knapp.

Sambia verliert jedes Jahr rund 250.000 bis 300.000 Hektar Wald, vor allem durch Holzkohleproduktion und eine Landwirtschaft, die den Böden mehr nimmt, als sie ihnen zurückgibt. Die Folgen treffen die Menschen hier direkt: unregelmäßiger Regen, Dürren, ausbleibende Ernten. Wenn die Ernte fehlt, fehlt das Einkommen, und oft auch das Geld für die Schule.

Am härtesten trifft es Frauen und Mädchen. Wo Wasser und Waschräume fehlen, versäumen heranwachsende Mädchen jeden Monat zwei bis drei Schultage. Von der eigenen Baumschule über zwei neue Brunnen bis zur Schulung in nachhaltiger Landwirtschaft verbindet KUTH Wiederaufforstung, Wasser und Wissen zu einem Modell, das bleibt. Besonders Frauen und Mütter stärken wir dabei, denn wo sie vorankommen, wächst die ganze Gemeinschaft mit.

KUTH steht für Kuntendekelo Training Hub. Vor Ort umgesetzt wird das Projekt von unserer Partnerorganisation Kuntendekelo Training Foundation (KTF), einer in Sambia registrierten Organisation. Gegründet hat sie Diakonin Mable Sichali, die seit Jahren in Umweltbildung, nachhaltiger Landwirtschaft und Gemeinwesenarbeit zu Hause ist.

Statt kurzfristiger Hilfe entsteht Wissen, das bleibt. Aus Teilnehmenden werden Trainer*innen, aus Spargruppen werden starke Gemeinschaften. So tragen sich Baumschulen, Brunnen und Gruppen mit der Zeit selbst. Der Schutz natürlicher Ressourcen und die Stärkung von Frauen gehen dabei Hand in Hand.

Was KUTH tut

  • Aufforstung und eigene Baumschulen, um die Wälder wiederherzustellen
  • Nachhaltige Anbaumethoden wie Permakultur und Agrarökologie
  • Schulungen für klimafeste Landwirtschaft und zusätzliche Einkommen
  • Enge Einbindung von Gemeinden und Schulen
  • Selbsthilfegruppen, die besonders Frauen wirtschaftlich stärken
Zwei Frauen unterhalten sich in einem Gemüsegarten mit Reihen von Kohlköpfen, eine zeigt auf etwas, die andere hört zu

Stand: März 2026

Q1 von 4 Januar bis März: das Fundament

Seit drei Monaten läuft unser KUTH-Projekt im Süden Sambias (Distrikt Chisamba). In dieser ersten Phase wurden wichtige personelle, organisatorische und fachliche Grundlagen geschaffen, damit Aufforstung, Bildung und einkommensschaffende Maßnahmen langfristig wirken können. Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft, um das Projekt nicht nur anzustoßen, sondern langfristig tragfähig umzusetzen.

Zu den wichtigsten Meilensteinen der Anfangsphase gehören:

  • Aufbau eines lokalen Kernteams für die operative und fachliche Projektarbeit
  • offizielle Unterstützung des Projekts durch Chief Chamuka
  • Beginn der Community-Mobilisierung vor Ort
  • Beschaffung von mehr als 12.000 Pflanzbeuteln
  • Ankauf von über 20.000 Samen verschiedener einheimischer Baumarten
  • erste Schulungen in Permakultur, Agroökologie und Pilzproduktion
  • Aufbau einer kurzfristigen Produktionseinheit mit Gemüse wie Zwiebeln, Okra, Kohl und Auberginen

Besonders wichtig ist uns dabei der ganzheitliche Ansatz des Projekts. Es geht nicht allein darum, Bäume zu pflanzen. Es geht darum, Wissen aufzubauen, lokale Strukturen zu stärken und gemeinsam Perspektiven zu schaffen, die langfristig Bestand haben.

Ergänzend zur Aufforstung wurde deshalb bereits eine Produktionseinheit aufgebaut, die einen Beitrag zur Selbsttragfähigkeit des Projekts leisten soll. Gleichzeitig wurden erste Gespräche mit Frauengruppen und weiteren lokalen Akteuren geführt. Die Resonanz vor Ort ist positiv und zeigt, wie wichtig es ist, ökologische Maßnahmen mit Bildung, Beteiligung und praktischen Einkommensperspektiven zu verbinden.

Nach dem erfolgreichen Start richtet sich der Blick nun auf die nächste Projektphase: die weitere Arbeit in der Baumschule, die Vertiefung der Zusammenarbeit mit den Gemeinden und die Vorbereitung auf die Pflanzung von 25.000 Bäumen im ersten Projektjahr.

Stand: Juni 2026

Q2 von 4, April bis Juni: aus dem Aufbau wird Umsetzung

  • Ausweitung auf drei neue Dörfer: Sichilongo, Mwamulando und Suze, Basiserhebung in sechs Gemeinden
  • 45 Menschen in Agrarökologie geschult (25 Frauen, 20 Männer, davon 8 Jugendliche)
  • 3.000 Bäume verschiedener Arten in der praktischen Schulung gepflanzt
  • Eigene Herstellung von organischer Pflanzenkohle, Bio-Flüssigdünger und Bokashi
  • Zwei voll funktionsfähige Brunnen, je 100 Meter tief, mit Solarpumpen, zwei Wassertanks (10.000 und 5.000 Liter) und Solarpaneelen
  • 150 Bündel Dachgras für den geplanten Öko-Schulungsunterstand beschafft

Aus dem Feld: zwei Brunnen, wo einer geplant war

Der erste Bohrversuch traf in 70 Metern Tiefe auf massiven Fels und blieb trocken. Statt aufzugeben, bohrte das Team weiter bis auf 100 Meter und stieß auf reichlich Grundwasser. Mit der schon aufgebauten Maschine entstand gleich ein zweiter Brunnen. Heute gibt es zwei Brunnen, wo einer geplant war, und das im Rahmen des Budgets.

Mehrere Personen bewegen oder installieren große grüne Wassertanks im Freien, ein Tank steht im Vordergrund, ein weiterer auf einem LKW

Stand: Juni 2026

Was als Nächstes kommt

Aus dem Gelände entsteht ein autarkes Ökodorf: ein Ort, an dem sich nachhaltiges Leben zum Anfassen zeigt, gebaut mit dem, was die Region selbst hergibt.

  • Bewässerungssystem fertigstellen, damit die Felder auch in der Trockenzeit tragen
  • Öko-Schulungsunterstand aus lokalen Materialien bauen
  • Weitere Schulungen in Permakultur und Agrarökologie
  • Selbsthilfegruppen festigen und auf dem Weg zur Genossenschaft begleiten

Das Projekt wird durch die Deutsche Postcode-Lotterie und die Stiftung «Wald schafft Zukunft» gefördert.

     

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